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  • miriamhalter

Kinder erleben Gewalt zu Hause

Eine Umfrage von 1013 Eltern hat ergeben, dass 40% eine Körperstrafe gegenüber ihrem Kind angewendet haben. Mit 15% führen Schläge auf den Hintern die Rangliste an. Jeder 6. Elternteil bestätigt, psychische Gewalt anzuwenden.

Damit du dir ein Bild machen kannst:

Von 1013 befragen Eltern schlagen 405 ihre Kinder, 60 schlagen ihre Kinder auf den Hintern und 168 Eltern wenden psychische Gewalt an.

Mich bewegt diese Umfrage sehr. Denn ich höre die Kommentare:

"En Chlapf uf de Arsch hed no keim Chend gschadet"

"So schlemm esch das ned" "Eltere send halt au nor Mönsche"

Aus welchem Erfahrungswert sagt man so etwas? Hat die Person, die das sagt selbst solche Erfahrungen gemacht? Weiss die Person wie es ist, wenn die Eltern nicht mehr aufhören können zu zuschlagen?

Kennt die Person die Drohung: "Wenn du nomol... denn hau ech dech grüen ond blau!"


Die Gesellschaft legitimiert mit solchen Aussagen die Gewaltanwendung an Kindern und verschliesst die Augen vor der weiteren Zahl die im Raum steht und der Frage:

Welche Art von Gewalt wird den anderen 335 betroffenen angetan? Was passiert wirklich hinter den Türen? Ist das Schlagen auf den Hintern nur die Spitze des Eisberges? Und was empfinden alle Kinder, die physische und psychische Gewalt erleben?


Ich könnte hier so viele Beispiele nennen und Geschichten erzählen von Betroffenen. Von den Ängsten, die sie unter Umständen bis ins hohe Alter mitnehmen. Angefangen vom Gefühl es nicht wert zu sein geliebt zu werden - denn, wenn dich deine eigenen Eltern nicht lieben, wer sollte das dann tun? – bis hin zu der grossen Scham und Selbstverurteilung, die es den Kindern erschweren, ihren Platz in den sozialen Gruppen zu finden.


Damit eine Veränderung stattfinden kann, benötigt es mehr SICHERE Anlaufstellen für Kinder. Sie sollten ihre Erfahrungen ohne Angst vor Konsequenzen mitteilen können. Eine Stelle, bei der sie ernstgenommen werden und bei der sie erleben, dass sie selbst darüber entscheiden können, was richtig oder falsch für sie ist. Ein:e Schulsozialarbeiter:in reicht nicht aus – denn der/die ist auch Ansprechpartner für die Eltern. Dazu kommt, dass in den meisten Gemeinden die Sozialvorsteher:innen im selben Dorf leben und im schlechtesten Fall mit den Eltern der betroffenen Kinder bekannt sind.


Was denkst du dazu? Bist oder warst du ein betroffenes Kind?



Mehr zum Bericht hier:

https://www.linkedin.com/posts/kinderschutz_rund-die-h%C3%A4lfte-aller-kinder-in-der-schweiz-activity-6987709730739658752-Aydc?utm_source=share&utm_medium=member_desktop


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